Faszination Destination

Sanlúcar de Barrameda – Manzanilla, Langostinos und Marismas

Oktober 14, 2015

Ich gebe zu, dass ich vor vielen Jahren Sanlúcar de Barrameda eher zufällig entdeckte; dieses Örtchen aber seitdem oft in meinen Gedanken herum spukt. Zu jener Zeit war ich auf Besuch in Jerez de la Frontera und hörte über die Wunder des Doñana Parks, einem der größten Feuchtgebiete Europas, welches als UNESCO-Weltkulturerbe gilt.

Im Hotel in Sanlúcar angekommen, erkundigte ich mich nach dem besten Weg zu diesem besonderen Ort. Schnell wurde mir klar, dass der Park nur über den Fluss Guadalquivir erreichbar ist. Zu meiner Überraschung wurde ich informiert, dass es am besten wäre, ins 180 km entfernte „El Rocío” zu fahren – also ans andere Ende des Parks, da sich dort der Haupteingang befindet. Darüber was ich ganz und gar nicht erfreut.

Sanlucar de Barrameda Ciity

Aber dann versprach mir ein Freund des Rezeptionisten, mich um 5 Uhr morgens abzuholen. Er war Ranger im Doñana Park und daher mit dem Gebiet bestens vertraut. Auf Grund dieser tatsache machte uns auch der frühe Aufbruch wenig aus. In seinem Jeep fuhren wir zum Strand. Hier wartete schon ein Fischereifahrzeug auf uns: 2 Bretter wurden mehr schlecht als recht am Heck des Bootes montiert und schon ging die wilde Fahrt los. Zugegeben: Vermutlich bekommt nicht jeder diese einzigartige Chance, mit einem „privaten“ Ranger das Naturschutzgebiet zu besuchen und dabei die schönsten, verstecktesten Ecken zu erforschen. Aber heutzutage werden auch einige Führung von der Sanlúcar-Seite aus angeboten. Hier wird der Guadalquivir mit einem gewöhnlichen Boot überquert, was zwar weniger abenteuerlich, dafür aber genauso nett ist.

Aber eigentlich will ich hier über Sanlúcar selbst berichten. Dieses kleine Städtchen an der Mündung des Guadalquivir ist vielleicht nicht das populärste in Andalusien. Was die Gastronomie betrifft, ist es jedoch ganz vorne mit dabei. So kann es auf ein gastronomisches Erbe zurück blicken, welches 3,000 Jahre zurückgeht. Damals siedelten sich hier die Phönizier an, die von Klima und dem Reichtum der Küste angezogen wurden.

Besonders berühmt sind hier die „Langostinos de Sanlúcar” – große, leckere Garnelen, die als eigene Marke geschützt sind und der „Manzanilla” – einer der besten Sherry-Arten, der aus der nativen Palomino Traube gewonnen wird. Ebenso finden sich hier viele Arten von frischem Fisch, die an der „Lonja de Bonanza” in Sanlúcars Hafen täglich frisch erworben werden können. In dieser Region finden sich Köstlichkeiten soweit das Auge reicht! Zusammen mit frischem Gemüse sind all diese Zutaten die perfekte Grundlage der leckeren „Sanluqueña”-Küche.

Langostinos 01

Wo man essen sollte: Das historische „Barrio Marinero” ist ein netter Ausgangspunkt, um die „Sanluqueña”-Gastronomie hautnah mitzuerleben. Hier wird in tollem Ambiente mit Aussicht auf den Doñana Park und den Fluss gespeist. Casa Bigote, Poma und Mirador Doñana zählen zu den traditionellen Restaurants der Stadt; es kommen hier aber auch immer öfter neuere Beispiele der „Cocina de Autor” vor, wie zum Beispiel Espejo Gastrobar, La Lobera oder das Taberna Mayeto.

Was man miterleben sollte: Sanlúcar kann das ganze Jahr über besucht werden. Im Sommer tummeln sich hier die meisten Touristen, was vermutlich auch an den vielen nahegelegenen Stränden liegt.

Das wichtigste kulturelle Ereignis der Stadt ist das „Embarque del Rocío“ im Mai. Hier überqueren die „Bruderschaften” der Provinz Cádiz den Fluss zum Playa de Doñana im Rahmen Ihrer jährlichen Wallfahrt zum Dorf „El Rocío“. Ein unvergessliches Schauspiel der Religiosität und „Fiesta”, was man sich besser nicht entgehen lassen sollte.

Nicht zu übersehen ist außerdem die „Feria de La Manzanilla“, eine bunte und traditionelle Veranstaltung an der Mündung des Guadalquivir sowie die „Carreras de Caballos de Playa“; hier finden einige Pferderennen am Strand jeden August statt.

Caballos

Wo übernachten: In Sanlúcar selbst gibt es das einfache, aber komfortable Hostal Alcoba. Alternativ kann man auch im Palácio Garvey im nahegelegenen Jerez de la Frontera übernachten. Alternativ kann man auch im Palácio Garvey im nahegelegen Jerez de la Frontera oder dem wunderschönen Casa Viña de Alcantara übernachten.

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