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Wer mit dem Feuer tanzt… – Die schönsten Vulkane Europas

Juli 25, 2017

Als 2010 der Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull den Flugverkehr in ganz Europa lahm legte, wurden wir daran erinnert, wie machtlos der Mensch und modernste Technik gegen die Kräfte des Erdinnerens sind. Auch der Ätna bricht regelmäßig aus, und in zahlreichen Geschichtsbüchern wird nacherzählt, wie der Vesuv vor über 2000 Jahren ganz Pompeji verschüttete. Aber Vulkane haben nicht nur die Macht zu zerstören. Seit Jahrtausenden ziehen sie Menschen an, die sich wegen den fruchtbaren Böden in Vulkannähe ansiedeln und Abenteurer, die ihr Leben riskieren um einen Blick ins Innere der lodernden Schlünde zu werfen. Auch uns faszinieren Vulkane. Es gibt nicht viel, das so atemberaubend ist, wie zu wissen, dass Tausende Tonnen Lava unter einem jederzeit zur Explosion kommen könnten. Doch wer würde bei Vulkanen an das beschauliche Bayern denken? Oder wusstet ihr, dass die griechische Insel Santorini eigentlich ein Vulkan ist? Nein? Dann lest hier weiter und lasst euch von unseren Reisetipps zum Ätna, Vesuv, Santorini und dem Rauhen Kulm inspirieren!

 

Ätna, Italien

 

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Der Ätna ist wohl Europas majestätischer Vulkan. Über 3300 Meter hoch thront er an der Ostküste Siziliens und verändert nach jedem Ausbruch seine Form. Ein riesiger Berg, der hier in Küstennähe aufragt. Nun heißt es diesen Berg zu erklimmen.
Wer den Ätna besteigen will, muss viel Zeit mitbringen. Zunächst geht es mit dem Bus oder dem Mietwagen zur Seilbahnstation des Ätnas, von dort aus geht es hoch zur Bergstation auf ca. 2500 m Höhe, von der man dann entweder zu Fuß oder mit dem Jeep weiterkommt. Eine Wanderung hinauf zum Ätna ist in jedem Fall eine Herausforderung, aber wenn es die Bedingungen und die eigene Fitness es zulassen, wird man mit einem Naturschauspiel belohnt, dass seines gleichen sucht.
Ab hier trägt man am besten Wanderschuhe, denn wir haben schon von kokelnden Turnschuhe, die nicht für den noch warmen Boden gemacht sind, gehört und das Gelände, voller spitzer Steine, ist anspruchsvoll.
Der Weg hinauf ist beschwerlich, aber allein schon aufgrund der atemberaubenden Sicht ein Erlebnis, außerdem hat der Ätna hat mehrere kleine Gipfel. Ganz oben liegt fast das ganze Jahr über Schnee. Wenn man oben ankommt und in den Schlund des Ätna blickt, wird einem plötzlich ganz anders. Der Gedanke an die Macht dieses Vulkans scheint einem fast den Atem zu nehmen, hinzu kommen ganz reale Schwierigkeiten durch die Dämpfe des Vulkans, die giftig sind und denen man sich nicht zu lange aussetzen sollte. Doch für ein solches Erlebnis lohnen sich diese Strapazen. Im Winter kann man auf dem Ätna übrigens auch Ski fahren!
Wer Zeit hat, sollte nicht nur den Ätna hinauf, sondern sich die Zeit nehmen, den rund um den Ätna gelegenen Regionalpark Parco dell’Etna zu besuchen. Die verwitternde Lava des Ätnas führt dazu, dass die Erde äußert fruchtbar ist. Hier wachsen Orangen-, Oliven-, Feigen- und Pistazien- und die für Sizilien so berühmten Zitronenbäume und auch Weinberge gibt es hier. Ca. 30 km vom Ätna entfernt liegt die historische Hafenstadt Catania, die der perfekte Ort ist um Limoncello an der Strandpromenade zu trinken. Und auch das Aci Castello und der wunderbar erhaltene Palazzo Biscari sind Gründe, hier her zu kommen. In Catania kann man in dem einzigartig dekoriertem Palast aus dem 18. Jahrhundert Duomo Suites & Spa übernachten. Noch näher am Ätna liegt das Hotel Donna Carmela, von dem man direkt auf den majestätischen Vulkan blickt. Weitere Unterkünfte in der Umgebung vom Ätna findet ihr hier.

 

Der Ätna ist nicht der einzige Vulkan in Italien. Also, weiter geht’s: Der Vesuv wartet auf uns!

 

Vesuv, Italien

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Der leicht südlich von Neapel gelegene Vesuv bietet einen großartigen Blick auf die Stadt und den Golf von Neapel mit den Inseln Capri und Ischia. Berühmt ist dieser, übrigens einzige aktive Vulkan Kontinentaleuropas, vor allem aufgrund des Untergangs von Pompeji, zu dem ein Ausbruch 79 n. Chr. geführt hat. Und auch wenn der Vulkan immer noch gefährlich ist, leben direkt am Fuße des Vulkans mehr als eine Million Menschen in der pulsierenden Stadt Neapel. Und jederzeit könnte er wieder ausbrechen….
Doch bis dato ist der Vulkan in einer Art Schlummerzustand. Der Vesuv ist unter ständiger Beobachtung und eine Wanderung auf den Vesuv ist ein Erlebnis, das wir nicht missen möchten. Mit dem Bus oder dem Mietwagen kommt man zum Parkplatz, von dem man dann zu Fuß weiter gehen kann. Die Wanderung auf den Vesuv ist nicht all zu lang, nach ca. einer halbe Stunde Weg kann man bereits in den Krater des Vulkans blicken. Aber trotzdem empfiehlt sich auch hier gutes Schuhwerk, da der Weg über das Vulkangeröll führt und sehr anspruchsvoll ist. Im Gegensatz zum Ätna ist der Weg aber praktisch nicht zu verfehlen.
Die Aussicht vom Vesuv ist einfach unglaublich: Bei schönem Wetter sieht man Capri und Ischia, die Almalfi-Küste und Neapel. Hier oben scheint die Sonne kräftig und es windet. Der Krater des Vesuvs brodelt nicht, aber immer wieder steigen kleine Wolken auf.
Trotzdem mag man kaum glauben, wie viel Kraft unter dem Geröll, aus dem der Krater besteht, liegt. Davon bekommt man einen guten Eindruck, wenn man Pompeji am Fuße des Vesuvs besichtigt. Die Anlage ist riesig und man sollte einige Stunden einplanen, um die antiken Bäder, Villen und Tempel zu bewundern. Hier lohnt sich eine geführte Tour: Durch die mitreißende Erzählung fühlt man sich 2000 Jahre zurückversetzt.
Um den Aufenthalt am Fuß des Vesuvs perfekt abzurunden finden sich hier von uns ausgewählte Unterkünfte.

 

Natürlich gibt es nicht nur in Italien Vulkane! Wie wäre es denn z.B. mit Griechenland?

 

Nea Kameni – Santorini, Griechenland

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Im Zentrum der Caldera von Santorini liegt Nea Kameni, ein aktiver Vulkan, aus dessen Krater schwefelhaltiger Rauch aufsteigt, der die Umgebung in eine gelbe Wüste verwandelt. Die Insel ist unbewohnt, tagsüber landen hier aber die Touristenschiffe, die die Vulkanbesteiger ein Stückchen näher an ihr Ziel bringen.
Der Vulkan ist gerade einmal 127 m hoch, trotzdem hat man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Inseln. Von der Bootsanlegestelle aus kann man zu Fuß entlang erstarrter Lavafelsen entlang wandern. Am besten eignet sich der Weg zu den Kratern im Frühjahr oder wenn es noch nicht ganz so heiß ist. Er führt am ältesten Krater, dem Mikri Kameni und am Krater von Dafni vorbei, weiter zu den zwei höchsten Kratern. Hier steigt bis zu 95°C heißer Rauch auf und man hat einen wunderbaren Blick in die riesige Caldera. Die Lavaschichten haben hier je nach Entstehungszeitpunkt verschiedene Farben angenommen. Das Spektrum reich von schwarzer Schlackenlava bis hin zu sandartiger. Die Landschaft ist viel weniger karg, als man denkt.
Über die vielen Krater geht es wieder zu Fuß zurück zur Anlegestelle und auf’s Boot. Von hier kann man weiter auf die andere Seite der kleinen Insel gelangen, wo man in den heißen Quellen von Palea Kameni baden kann. Die Boote können nicht direkt an die Quellen fahren, weil es zu flach ist. Deshalb heißt es: Ab ins türkisfarbene Wasser springen und durchs offene Meer zu den Quellen schwimmen. Das Wasser dort ist rostbraun und sehr schwefelreich, man sollte sich darauf vorbereiten, dass Bikini und Badeanzug nicht ihre ursprüngliche Farbe behalten werden. Dafür ist das Wasser warm und soll heilende Kräfte haben.
Es ist einfach ein unglaublicher Ausflug. Hier trifft die ganze Vielfalt der Kykladen aufeinander: Von der traumhaften Aussicht auf die Inseln und Santorini, den außerirdischen Vulkanlandschaften, dem türkisen Wasser der Buchten, den wunderbaren heißen Quellen….. Es ist einfach traumhaft! Damit ihr dies selbst erleben können, haben wir für euch eine Auswahl von Unterkünften in Santorini zusammengestellt. Klickt hier um ein Hotel auszuwählen.

 

Unser letzter Stop liegt mehr als Tausend Kilometer nördlich von den Vulkanen Santorinis: Bayern!

 

Rauher Kulm & Vulkane in der Oberpfalz, Bayern, Deutschland

basaltkegel

Wer denkt bei Vulkanen schon an Bayern? Was wenige wissen: Hier gibt es einige davon! Allerdings sind die Vulkane nicht aktiv. Doch haben die Bewegungen der tektonischen Platten dazu geführt, dass hier das schönste Naturwunder Deutschlands steht: Der Rauhe Kulm. Bei Neustadt an der Kulm gelegen, ragt der Basaltkegel des Rauhen Kulms über 680 Meter aus der Landschaft heraus. Er ist ein Vulkan, der nie zum Ausbruch kam.
Die Wanderung auf den Rauhen Kulm ist einfach, diesmal erwartet uns nicht raues Geröll, sondern ein einfacher Weg durch den Wald, für den Turnschuhe völlig ausreichen. Die Wanderung führt uns über eineinhalb Stunden hinauf auf einen Turm, der auf dem Kegel steht. Im 16. Jahrhundert stand hier eine Burg, diese wurde aber zerstört. Also geht es auf den Turm, von dem wir eine wunderbare Aussicht auf die Landschaft haben. Kleine Dörfer, Wiesen, Bäume – hier scheint das Leben noch ursprünglich zu sein. Wir können nachvollziehen, wieso der Rauhe Kulm zum schönsten Naturwunder Deutschlands gewählt wurde.
Doch der Rauhe Kulm ist bei weitem nicht der einzige Vulkan in der Gegend! Manche sind, wie der Rauhe Kulm, Kegelberge, andere nur flache Erhebungen. Auch Heilbäder gibt es in der Gegend: Das Böhmische Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und einige weitere. Es lohnt sich also, die Gegend zu erkunden und weitere Vulkane zu besichtigen, wie zum Beispiel den Vulkan-Erlebnis-Park Parkstein. Das besondere am Parkstein ist, dass man hier sogar einen Vulkan von innen besichtigen kann und das geht ganz einfach: Man muss einfach nur durch eine Kellertür gehen. Die Keller wurden ursprünglich als Lagerkeller für Bier und andere Lebensmittel geschaffen, heute sind sie für Besucher zugänglich. Die riesigen Steine sind oft rundlich, was, wie uns erklärt wird, davon kommt, dass die Steine wie in einer Kugelmühle rauf und runter bewegt wurden sind. Es gibt insgesamt drei Keller, die saniert wurden und die man kostenlos besichtigen kann. Auch wenn das Innere des Vulkans nicht aus brodelnder Lava besteht, so sind die Gesteinseinschlüsse doch sehr imposant. Sie zeugen von den gewaltigen Kräften, die hier einmal gewirkt haben.Ganz schön beeindruckend, wie Vulkane diese Landschaft verändert haben! Die Oberpfalz liegt in östlich von Bayreuth und Nürnberg und ist trotz dieser einmaligen Landschaft noch nicht von Touristen überrannt. Ein Besuch lohnt sich also allemal! Um die Unterkunft kümmern wir uns! Hotels in Bayern gibt es hier.

In unserem Blog haben wir lediglich eine kleine Auswahl von Vulkanen präsentiert, natürlich gibt es noch viele mehr! Der Ätna ist bestimmt der anspruchsvollste und auch gefährlichste dieser Vulkane, aber wie ihr seht, sind andere Vulkane ganz leicht zu besteigen. Wir wünschen euch viel Spaß und sind auf eure Vulkan-Erlebnisse gespannt!

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