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Island mit echten Pferdestärken entdecken – Hochlandstrecke Kjölur

April 21, 2017
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Feuer, Wasser, Wind und Erde, was noch fehlt sind Islandpferde! So sagt ein altes Sprichwort und meiner Meinung nach beschreibt es Island perfekt.
In einer wilden Pferdeherde über unerforschtes Land mit unendlichen Weiten zu reiten ist der Traum eines jeden Pferdebegeisterten. Für mich ist dieser Traum wahr geworden! Die Vorfreude war groß und Ende Juni war es soweit. Wir sind in Keflavík, Island gelandet und von dort aus mit einem Shuttlebus zu dem Hotel gefahren, wo wir die erste Nacht verbrachten. Wir hatten eine Reittour von 6 Tagen gebucht, welche über die Hochlandstrecke Kjölur von Norden nach Süden über Island führt. Jede Nacht würden wir an einem anderen Ort unterkommen und neue Sachen entdecken. Das war auch schon immer euer Traum? Dann lest hier über meine Erfahrungen.

Tag 1:
Wir standen früh auf, zogen uns Reitklamotten an, frühstückten kräftig und wurden mit einem kleinen Bus abgeholt. Hier lernten wir unsere Reisegefährten kennen: drei Engländer, drei Franzosen, vier Dänen, zwei Finnen und sieben Deutsche sowie unsere isländische Reisebegleitung. Wir fuhren vier Stunden westlich an der Küste entlang und sahen uns begeistert die Landschaft an. Wir waren zu dem Zeitpunkt schon komplett von dem Land überzeugt. Während der Fahrt wurden wir nach unseren Erfahrung mit Isländern, Tölt und langen Ritten gefragt, die wir vorweisen konnten. Nach dem Mittagessen, einer isländischen Gemüsesuppe, packte sich jeder aus Toast mit verschiedenen Belägen, Obst und Wasser sein Reiseproviant zusammen. Danach sind ging es zu dem Grundstück, auf dem die Pferde standen. Es war eine Herde von gut mehr als 100 Pferden in allen Größen und Farben. Von tierfschwarz, über kastanienbraun, furchsfarben, Grauschimmel, schneeweiße, beige und in alle Farben gefleckte Pferde blickten uns entgegen.

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Hier stellten sich alle auf und lauschten den Anweisungen, der Reiseführung. In einer Ecke des Paddocks lagen alte Sättel, Satteltaschen und Nasenriemen auf dem Boden, wovon jeder ein Set bekam, welches er dann für die ganze Woche nicht verlieren durfte. Es wurde auch nocheinmal erklärt wie gesattelt wird und wie mit den Pferden umgegangen wird. Dann wurden die Pferde verteilt. Ich habe einen beigen Wallach mit dunkler Mähne zugeteilt bekommen, der super lieb war und einen wahnsinnig bequemen Galopp hatte.
Eine weitere Reiseführerin war hinzugekommen. Sie ritt vorraus und leitete die Gruppe, während die andere hinter der Gruppe blieb, um nach dem Rechten zu sehen. Mittags begannen wir unseren Ritt über eine Straße in Richtung Berge und tölteten auch bald los. Tölt ist die super bequeme Gangart, für die die Isländer so bekannt sind. Angeblich sitzt es sich dann wie auf einem laufenden Sofa. Naja mehr oder weniger. Je nachdem wie erfahren der Reiter mit dieser Gangart ist und welche Vorlieben das Pferd hat. Die Wege waren oftmals reine Kies- oder Sandpfade. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Wir ritten neben Bächen, großen Wiesen, an Wasserfällen vorbei und hatten immer die beeindruckenden Berge vor Augen. Es hatte circa 17 Grad und viel Wind und wir tölteten munter und flott vor uns hin. In der Mittagspause brachten wir unsere abgesattelten Pferde in einen Paddock, wo sie sich sofort wälzten. Jeder packte seine Brotzeit aus und begann zu essen und zu trinken. Durchgehend zu tölten ist schon anstrengend, vor allem weil zwischendrin nicht Schritt geritten wird. Ich war leicht verwirrt, ob wir jetzt dieselben Pferde wieder reiten würden, weil ich gelesen hatte, dass man zwei Pferde pro Tag reitet, wegen der großen Strecke.
In dem Moment hörte man auch schon Hufgetrappel. In weiter Ferne sahen wir die Herde der restlichen hundert Pferde, die wir vorher zurückgelassen hatten, in einer großen Staubwolke anpreschen. Drei Leute von der Crew voraus, im Höchsttempo, damit kein Pferd überholt. Dahinter die Herde und nocheinmal vier Leute der Crew, die die Pferde zusammenhielt. Uns blieb glatt der Mund offen stehen. Dieses Spektakel muss man selbst erlebt haben um es sich vorstellen zu können. Der ganze Boden hat gebebt, als die Herde an uns vorbei rannte. Als sich alle im Paddock befanden, bekamen die neuangekommenen Pferde auch eine Pause, danach wurde neu verteilt. Dieses Mal lief das ganze etwas anders ab. Alle Reiter sollten schonmal aufsteigen, hinter dem Paddock warten und auf keinen Fall das Pferd laufen lassen. Dann wurde die Herde rausgelassen und als alle Pferde vorbei waren, durften auch unsere ungeduldig steigenden und sich im Kreis drehenden Pferde hinterher. Wir sollten auf keinen Fall zwischen die freien Pferde  geraten, sondern aus Sicherheitsgründen dahinter reiten. Jetzt hatte die ganze Sache gleich noch mehr Speed, da mit der großen Herde ein ziemlich flottes Tempo hingelegt wird. Dieser Moment war für uns alle so überwältigend, dass uns fast die Tränen gekommen sind. Wenn man im flotten Tölt in einer rießigen Pferdeherde reitet und das Getrappel von 520 Hufeisen auf Lavagestein hört, fällt einem wirklich nichts mehr ein…
Mit der Herde mussten wir, aufgrund des erhöhten Tempos mehr Pausen einlegen. Abends sind wir dann nach unserem 30 km langen Ritt in unserer Bleibe angekommen. Es war eine einfache Blockhütte mit Vierer-Zimmern. Dort gab es Abendessen und eine heiße Dusche, was wir alle sehr willkommen hießen. Danach sind wir auch schon müde in unsere Betten gefallen.

Nadine-Herdekommt

 

Tag 2:
Am nächsten Morgen sind wir entspannt zum Früchstück, wo die Isländer und Dänen schon am schnapseln waren. Wir blieben dann doch lieber bei unserem Haferbrei, Cornflakes und Toast. Es wurde wieder Brotzeit eingepackt und nach allgemeiner Hufeisenkontrolle wurden die Pferde verteilt. Ich bin Rjupa geritten, eine süße Apfelschimmelstute, die mir auch direkt zum Verkauf angeboten wurde. Naja, ich denke mal drüber nach… Sie war super angenehm zu reiten, flott, leichter Tölt, super bequem und auch sehr hübsch und lieb… Die Frage ist nur, wie bekomme ich sie zu mir nach Hause?
Ich bin immer ganz vorne in der Gruppe mitgeritten. Natürlich nur um den Staub nicht abzubekommen… Oder vielleicht hatte es doch etwas damit zu tun, vorne flott dabei zu sein und alles gut sehen zu können. Wir sind um zwölf von der Berghütte Galtará aufgebrochen und auf uralten Pfaden geritten, die schon seit Jahrhunderten von Menschen und Pferden zur Durchquerung des Hochlandes genutzt werden. Diese werden zur Orientierung von großen Steinhäufen gesäumt und stellenweise sind die Wege so tief eingetreten, dass man sie deutlich sehen kann. Allein, die Vorstellung, auf jarhhundertealten Wegen zu reiten, welche schon tausende Menschen vor mir benutzt haben, ist ziemlich beeindruckend. Der Weg war matschiger als am Vortag, was eine gute Vorraussetzung zum Tölten war. Die Landschaft wurde rauher, die Bäche wilder und die Weite weiter. Es gab keine Strom- oder Telefonleitungen, Häuser oder Straßen, außer der Hochlandroute Kjölur, die auch nur aus Kieswegen besteht und den ganzen Winter gesperrt ist. Die Reitgruppe in der Woche vor uns, musste eine Sondergenehmigung einholen, da der Schnee noch zu hoch lag. In dieser Woche war davon schon nichts mehr zu sehen. Der Wind war stärker und die Temperaturen niedriger. Ich hatte eine Schicht mehr an und fror in der Pause schon gewaltig, trotz Schal und Ohrenwärmern.

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Um vier Uhr sind wir nach 22 km Ritt an unserer Berghütte am Ufer des Flusses Strangakvísl angekommen. Nachdem die Pferde versorgt waren gab es Kaffee und Kuchen und nach einer Erholungspause sahen wir uns die Gegend genauer an. Wir waren jetzt schon im Hochland angekommen und hatten einen großartiger Blick auf die Gletscher und hohen Berge um uns herum. Einfach traumhaft! Zum Abendessen gab es Fisch aus dem Gletschersee, Reis von den Nachbarn und eine gute Nachspeise. Es werden immer regionale Produkte verwendet und frisch zubereitet. Einfach lecker! Abends saß die ganze Gruppe gemütlich am Ofen beisammen. In dieser Hütte war es schon deutlich kühler, als am Vortag und wir brauchten eine weitere Decke. Auch gab es hier kein warmes Wasser mehr, man musste also mit dem kalten vorlieb nehmen.

Nadine-Fluss1
Tag 3:
Tag drei begann bei allen mit Muskelkater und allgemeinem Gejammer über Schmerzen beim Sitzen. Man ist es eben doch nicht gewohnt so lange auf dem Pferd zu sitzen. Das Islandpferd ist aber ein treuer Begleiter. Es läuft ohne zu meckern über jeden Grund, ob das jetzt Sand, Kies, Matsch, hügelige Wiesen oder Lavagestein ist, ist total egal. Es wird nicht einmal das Tempo gedrosselt. Im Höchsttempo wird über jede Art von Boden geritten. Oft habe ich Angst, dass sie sich auf den Felsen alle Beine brechen, ist aber zum Glück nie passiert. Heute zogen wir schon um halb zehn in Richtung der Gletscher los. Dabei wurde der Wind immer eisiger und der Himmel immer grauer. Ich hatte aus den Vortagen gelernt und mich noch wärmer angezogen und selbst meine Beinbekleidung bestand aus zwei Schichten. Wir haben die drei Gletscherflüsse Strangakvísl, Svartakvísl und Blanda durchquert. Normalerweise soll das eine großes Erlebnis sein, da sie sehr hoch sind und die Durchquerung des eisigen Wassers sehr anstrengend für die Pferde ist. Oft muss hindurchgeschwommen werden. Doch bei uns waren sie so flach, wie lange nicht mehr und das Wasser reichte mir auf dem Pferderücken knapp bis an die Knöchel. Ebenso wie die Tage zuvor holte uns die Herde in der Mittagspause ein. Leichter Regen hatte eingesetzt, aber meine Jacke hielt alles ab und durch die viele Bewegung wurde uns auch nicht kalt.

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Heute ließen wir die Herde ein Stück entfernt von unserer Hütte zurück und mussten so noch ein bisschen laufen, wenn man aber nass ist und sich nur noch umziehen will, kommt einem doch alles weit vor. Nach 22 km endlich an der Berghütte in Hveravellir angekommen gab es Kaffee und Kuchen zum Auftauen. Danach zogen wir Badesachen an und hüpften in den Hot Pool. Wir befanden uns nämlich im Geothermalgebiet zwischen den Gletschern Hofsjökull und Langjökull. Die heißen Quellen erreichen hier Temperaturen zwischen 80 und 100 Grad. Daher wird in die Becken noch kaltes Wasser geleitet, um es erträglich zu machen. Das war ein angehnehmer Ausklang des Tages und notwendig, um die Muskeln zu enstpannen. Nur der faulige Schwefelgeruch war etwas unangenehm.

Nadine-Geothermalgebiet

Nach dem warmen Bad gab es traditionelle Lammsuppe, die einfach nur perfekt war. Suppe an kalten Tagen ist das einzig Wahre und diese war besonders lecker. Dreimal muss man sich nachnehmen um den Koch nicht zu beleidigen, sagt man in Island, das habe ich dann aber doch nicht geschafft.

 

Tag 4
Nach dem Frühstück erkundeten wir das Geothermalgebiet. Dort gab es kleine Geysire, die vor sich hinrauchten und heiße Quellen mit glasklarem Wasser. Gemeinsam gingen wir dann auf die Suche nach einer Höhle, in der sich ein Isländer jahrelang vor der isländischen Regierung versteckte, die ihn ins Exil geschickt hatte. Er konnte dort überleben, indem er sich immer wieder hoch in den Bergen versteckte, Pferde und Schafe stahl, von Wurzeln und Samen lebte und sich die heißen Quellen zunutze machte. Erst als seine Gefährtin starb stellte er sich und bekam Immunität gewährt. Er wurde wesentlich älter als seine Mitmenschen zu dieser Zeit. Die Höhle, sehr gut getarnt, wurde erst viele Jahre danach gefunden.

Herde-Geothermalgebiet
Um circa zehn Uhr sind wir dann losgeritten. Es ging hoch in die Bergen, durch den Schnee und über zugefrorene Flüsse, was schon sehr spannend war. Der erste Reiter ist abgestiegen und hat beim Vorausgehen getestet, ob das Eis hält und uns dann rüber gewunken. Wir sind nach Thjófadalir -das Tal der Diebe-, einem grasreichen Tal, umgeben von hohen Bergen, geritten. In das Tal hinunter mussten wir unsere Pferde führen, da der Weg so steil und mit dem Schnee nicht so sicher war und so schlitterten wir mit einigem Sicherheitsabstand zum Vordermann den Berg hinunter. Nach einer kurzen Verschnaufpause sind wir wieder aufgestiegen und entlang des Flusses Fúlakvísl -der stinkende Fluss- durch die markanten Lavafelder der Kjalhraun geritten. Als wir aus dem Tal wieder herauskamen konnten wir die umliegenden Gletscher Langjökull und Regnbúðajökull sehen. Absolut beeindruckend! Bis zur Mittagspause waren wir vom Regen total durchnässt und keiner wollte sich mehr bewegen als nötig. Es kam uns ewig vor bis die Herde kam und dann brauchte sie ja auch noch eine Pause. Alle wollten nur weiter und ankommen, da dies unser längster Tag sein sollte und ausgerechnet heute hatten wir dieses miese Wetter erwischt.

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Nach der Pause bin ich Pálmi geritten, einen schönen, schnellen Fuchswallach. Der war echt ein laufendes Sofa! Ich war froh ein bequemes Pferd reiten zu dürfen, vor allem weil wir noch eine weite Strecke vor uns hatten. Das Wetter wurde besser, zumindest hat es nicht mehr geregnet und es hat wieder viel mehr Spaß gemacht. Das war einer der schönsten Ritte bis jetzt. Nach 50 km hatten wir den anstrengendsten Ritt geschafft und waren auch selbst ziemlich geschafft und durchnässt. Auch hier gab es wieder nur kaltes Wasser aus dem nahegelegenen Gletschersee. So durchnässt und durchfroren, wie wir waren, hätten wir uns sehr über eine warme Dusche gefreut; bei dem kalten Wasser braucht es dann doch einige Überwindung. Geschlafen haben wir in der Berghütte Árbúðir am Ufer des Flusses Svartá, mit dem mächtigen Gletscher Langjökull im Hintergrund. Eine traumhafte Kulisse! Zum Abendessen gab es wieder regionale Spezialitäten: Kartoffelpüree, Blaukraut und Gemüse mit Würsten. Wir sind nach der Nachspeise und noch einem schnellen Auwärmtee dann auch recht früh ins Bett gegangen. Wir waren alle hundemüde.

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Tag 5

Nadine-Langjökull
Heute war Abreise um zehn und es wir sind am Gletscher Langjökull und seinem Gletschersee entlanggeritten. Wir hatten super Wetter und es war, sobald der Wind aufhörte, auch sehr warm. Der Ritt war ebenfalls angenehm. Wir sind zum ersten Mal auch mehr auf und an Straßen entlang geritten und sind sogar erstmals einigen Autos begegnet, auf den Schotterpisten, alle mit GoPro vorne drauf, um diese Erfahrung festzuhalten. Vor unserer Mittagspause sind wir auch über die einzige Brücke auf unserer ganzen Reise, das war der erste Fluss, den wir nicht mehr zu Pferd durchqueren konnten, weil er zu groß war. Wir saßen ein ganzes Stück mit unsere Brotzeit entfernt, als die Herde kam, aber man konnte ihre Hufe über die Holzbrücke donnern hören, als stünde man direkt daneben. Wieder ein Gänsehautgefühl! Es war wunderschön die Landschaft in ihren vielen Farben betrachten zu können. Ich konnte auch zum ersten Mal die Jacke ausziehen und die Sonnenstrahlen genießen.
Nadine-Brücke
Nach der Pause wurden uns besonders langsame Pferde zugeteilt, da es jetzt nicht mehr weit zu ihrer Heimatfarm war. Die Reiseführer sagten, die Pferde würden dann nocheinmal an Tempo zulegen und sie haben Angst, dass einer der Reiter sein Pferd nicht unter Kontrolle hat. Und selbst mit den langsameren Pferden ging es flott voran, wir hatten gut mehr Geschwindigkeit als die Tage zuvor. Unser Weg führte uns durch viel Schnee und über Straßen geritten waren. Lange Strecken mussten wir hintereinander reiten, weil die Wege so schlecht waren und heute war der einzige Tag, an dem wir zwischendurch kurze Strecken Schritt geritten sind, wegen der engen Wege an steilen Bergen. 130 Pferde in einer Reihe geben schon ein beachtliches Bild ab und am Straßenrand hielten immer wieder Autos an um Fotos zu machen und ein Mountainbiker schloss sich uns für ein kurzes Stück an. Das letzte Stück ging viel Bergab und an der Straße entlang, auf der nun viel mehr Autos unterwegs waren. Nach einer weiteren Pause sind wir nach einem langen Tag und 45 km an einem Paddock angekommen, wo wir die Pferde zurück ließen und mit dem Auto auf die Farm gebracht wurden.

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Durchnässt nahmen wir Kaffee und Kuchen zu uns und haben uns dann um die warmen Duschen gestritten. Endliche wieder warm duschen, was für ein Luxus! Danach waren wieder alle entspannt und gut gelaunt. Es gab wieder extrem leckeres Essen: Fisch und Gemüse aus der Region und, wie immer, einen super leckeren Nachtisch. Die Farm ist sehr schön und mit Liebe eingerichtet. Die Deko bestand aus alten Materialien vom Hof: gebrauchte Hufeisen, Nägel, Sättel, Stacheldraht… Alles wurde schön hergerichtet und gab dem ganzen einen besonderen Charme. Abends saßen wir noch in der Scheune und haben uns unterhalten, bevor wir dann glücklich in unsere weichen Betten gefallen sind.

 

Tag 6
Das war leider schon unser letzter Reittag. Alle waren ein bisschen traurig, weil die Zeit doch zu schnell vorbeigegangen war. An diesem Tag sind wir ohne Herde und Crew geritten, da sie ja auf der Farm bleiben konnten, wir bei der kurzen Strecke keine Pferde zum Wechseln brauchen würden und der Weg an stark befahrenen Straßen entlang führte. Es war kaum Wind daher kamen die ganzen Insekten raus und wir waren bald ziemlich verstochen. Es war viel grüner und dichter bewachsen, als die letzten Tage im Hochland und man sah hin und wieder sogar Bäume. Zuerst besichtigten wir eine tiefe Schlucht und dann ging es an dieser Schlucht entlang weiter zum Gullfoss, was so viel heißt wie goldener Wasserfall. Manche sagen er heißt so, weil an seinem Fuße Gold versteckt ist, andere erzählen die Legende vom Besitzer des Grundstückes, dem viel Geld geboten wurde, damit er es verkaufe und man ein Wasserkraftwerk bauen könne, was dieser nicht annahm. Der Name soll die Summe darstellen, die das Grundstück wert ist. Die logischste Erklärung ist der Regenbogen, der sich bei schönem Wetter über dem Wasserfall bildet. Im Winter friert der Wasserfall komplett zu und bietet eine wunderschöne Kulisse zum Eisklettern. Das würde ich auch gerne mal sehen…
Die Landschaft ist einfach traumhaft und selbst das Wetter mindert die Schönheit der Natur nicht.

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Wieder auf dem Hof angekommen machten wir uns auf den Weg ins Geothermalgebiet, wo sich der Geysir befindet. Es sind circa drei Kilometer Weg an der Straße entlang, zu beiden Seiten grüne Wiesen mit blauen Blumen und oftmals Pferdekoppeln. Im Hintergrund ragen die Schneebedeckten Berge und Gletscher in den Himmel. Ich kann es nicht oft genug sagen: Die Landschaft hier raubt einem wirklich den Atem. In dem Geothermalgebiet befinden sich viele heiße Quellen und eben die Geysire Strokkur und Geysir, von Letzterem erhielten alle anderen Geysire ihren Namen. Früher warfen die Leute über die Schulter Steine in den Geysir, da es Glück bringen sollte. Dadurch verstopfte dieser und er musste wieder aufgebohrt werden. Geysir ist der zweitgrößte Geysir der Welt und wird bis zu 80 Meter hoch, bricht aber leider nicht mehr aus. Strokkur ist nur der drittgrößte mit bis zu 35 Metern, was auch schon sehr beeindruckend war. Er bricht alle 5 bis 15 Minuten aus und nachts wird das Wasser abgepumpt, damit die Anwohner schlafen können.
Zum Abschiedsessen gab es noch einmal traditionell Lamm und Gemüse und danach einen leckeren Apfelkuchen. Nach dem gemütlichen Beisammensitzen ging es ins Bett und die interessante Reise war damit leider zu Ende.

Nadine-StrokkurLandschaft

Island ist eine wahrliche Schatztruhe an Naturspektakeln und auf dem Pferderücken ist einfach die authentischste Art dieses Land zu entdecken. Auf den schlechten Straßen ist ein Pferd das schnellste und zuverslässigste Verkehrsmittel – sie haben auch übrigens immer Vorfahrt – und außerdem kann man der Natur gar nicht näher sein, als mitten im Menschenleeren Hochland Islands mit einer Pferdeherde umgeben. Das Wetter in Island ist unbeständig und unverhersehbar. Man sollte immer mit Allem rechnen und auf alles vorbereitet sein. Es schlägt schlagartig von warmem Sonnenschein auf schlimme Stürme um und kurze Zeit später bläst ein starker Wind alle Wolken wieder weg. Man kann hier mehrere Jahreszeiten an einem Tag erleben. Im Sommer geht die Sonne nicht mehr unter und man verliert somit jegliches Zeitgefühl. Auch nachts kann man noch unbedenklich spazieren gehen, weil immer genug Licht vorhanden ist. Das Einzige Problem haben dann manche Leute mit dem Schlafen und müssen die Zimmer komplett abdunkeln. Im Winter wird es dagegen kaum hell und man muss die wenigen Sonnenstunden nutzen, dafür hat man die Chance auf die Sichtung der Aurora Baurealis. Ich bin aber überzeugt, dass das Land aus Feuer und Eis zu jeder Jahreszeit traumhaft ist und genug zu entdecken bietet. Ich kann es gar nicht erwarten einen anderen Teil des Landes zu entdecken.

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Die wunderschöne Tour, die ich euch hier beschrieben habe, wurde von Ishestar: und den lieben Mitarbeitern durchgeführt. Sie bieten Touren auf jedem Niveau, mit verschiedenen Längen und durch verschiedene Teile des Landes an. Auch Anfänger sind hier gut aufgehoben. Unsere letzten Nächte haben wir auf der Farm Geysirhestar verbracht, welche absolut empehlenswert ist.

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